Change scheitert nicht an Strategien -
- Ida Stoegerer

- Jan 8
- 2 min read
sondern an ungeführter Ungewissheit.
Die meisten Menschen leiden nicht an der Realität. Sondern an der Zukunft in ihrem Kopf.
Wir denken im Schnitt 59‑mal am Tag an die Zukunft. Aber kaum je bewusst.
Meistens klein.
Organisatorisch.
Automatisch.
Was esse ich zu Mittag?
Wann ist die Zahnreinigung?
Wie voll ist der Kalender morgen?
Und während wir diese Mini‑Zukünfte verwalten, passiert im Hintergrund etwas Entscheidendes.
Ungewissheit – der stille Verstärker aller Krisen
Ökonomisch. Technologisch. Politisch. Geopolitisch. Gesellschaftlich. Ökologisch.
Ein Negativszenario jagt das nächste.
Der gemeinsame Nenner?
Ungewissheit.
Ungewissheit erzeugt Unsicherheit. Unsicherheit erzeugt Angst. Und Angst produziert Zukunftsbilder – fast immer die schlimmsten.
Unser Gehirn hasst Leere. Wenn wir die Zukunft nicht bewusst denken, denkt sie sich selbst. Gegen uns.
Das ist keine Charakterschwäche. Das ist Biologie.
Unsere größte Achillesferse als Mensch
Unsere größte Achillesferse ist nicht mangelndes Wissen. Nicht fehlende Technologie. Nicht fehlende Optionen.
Unsere Achillesferse ist unsere Unfähigkeit, mit Ungewissheit umzugehen.
Wir sind evolutionär auf Gefahrenvermeidung programmiert.
Auf klare Muster.
Auf schnelle Antworten.
Doch wir leben in einer Zeit permanenter Offenheit:
zu viele gleichzeitige Veränderungen
zu hohe Geschwindigkeit
zu wenig stabile Orientierungspunkte
Ungewissheit ist kein neues Phänomen.
Neu ist ihre Dichte. Ihre Gleichzeitigkeit. Ihre Dauer.
Das Ergebnis: Dauerstress.
Mentale Erschöpfung.
Polarisierung.
Radikale Vereinfachungen.
Schwarz‑Weiß‑Denken.
Warum Menschen im Wandel blockieren
Ich begleite seit vielen Jahren Veränderungs‑ und Changeprozesse.
Was ich dabei immer wieder sehe:
Nicht die Realität lähmt Menschen. Sondern die Zukunft, die sie sich ungefragt ausmalen.
Nicht das Jetzt ist das Problem. Sondern das innere Kopfkino über das Danach.
Wenn Ungewissheit ungeführt bleibt, übernimmt Angst die Regie.
Und Angst ist kein guter Architekt für Zukunft.
Change beginnt nicht mit Methoden – sondern im Inneren
Es geht nicht um Optimismus. Nicht um Schönreden. Nicht um Motivation.
Es geht um eine Entscheidung:
Lasse ich Ungewissheit meine inneren Bilder bestimmen – oder tue ich es selbst?
Ungewissheit bleibt. Das ist Realität.
Aber Angst ist optional.
Und genau hier trennt sich, wer handlungsfähig bleibt und wer innerlich aussteigt.
Warum ich Change nicht nur begleite, sondern verkörpere
Ich glaube nicht an Change als Projekt. Nicht an Transformation auf PowerPoint‑Folien. Wandel beginnt dort, wo Menschen lernen, Ungewissheit auszuhalten, ohne sich von ihr steuern zu lassen.
Wer Ungewissheit nicht bekämpft, sondern trägt, gewinnt Klarheit.
Wer Klarheit gewinnt, bleibt handlungsfähig.
Und genau darum geht es heute:
Nicht um Sicherheit. Sondern um innere Stabilität in unsicheren Zeiten.
Nicht heroisch. Aber entscheidend.








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